Spannung,
Romantik
und mehr

Gedichte

– für Sie ausgewählte Lyrik

(k)ein Sommer
© 2006
saftiges Grün
der Bäume
Vögel
zwitschern
irgendwo
ein Lachen

genießen
die Sonne
das Wetter
den Sommer

doch
alles
erinnert mich
nur an
dich

an jenen Sommer

an so viel
Glück

in meinen Armen


(k)ein Wort
© 2004
geredet haben
wir beide
über vieles

gesagt hat
keiner
auch nur

ein Wort


Am Morgen danach
© 1988
Mein Kopf
ist noch ganz voll
auch in dieser Leere

mich hungert
doch
ich kann nicht essen

mein Weg
verläuft gerade und eben
aber ich gerate ins Stolpern

war wohl doch etwas zu viel Bier gestern

oder
fühle ich mich so
ausgelaugt und
leer
weil
du
gegangen bist?


Christmas
© 2006
You know it is Christmas ...

wenn du
durch die Straßen gehst
Lichterketten
Sternenglanz

You know it is Christmas ...

Strahlen
in Kinderaugen
Vorfreude
aufs Christkind

You know it is Christmas ...

im Stillen
innehalten
ausruhen
sich erinnern

You know it was Christmas ...

Jesus
ward
geboren


Datt Heil der Welt
© 1996
Do liss de nu
em Heu un op Struh,
su winzisch klein,
et Hetz su rein.
Sach mer, bes d'et wirklich, datt Heil dr Welt?

Wähs op, wees gruß,
heils Leid met nem Kuss,
mähs Arme rich,
vezälls vum Rich.
Sach mer, bes d'et wirklich, datt Heil dr Welt?

Häss d'et falsch jemaht?
Häss de Lüje jesaat?
Am Krüz hängs de.
Woran denkste?
Sach mer, bes d'et wirklich, datt Heil dr Welt?

Stäis do op vum Dut?
Nämms do fott üns Nut?
Alles Vezäll?

Loss mech glöuve,
jo, loss mech glöuve,
datt do et bes, dä do litt:
datt Heil dr Welt.

Das Heil der Welt

Da liegst du nun
im Heu und auf Stroh,
so winzig klein,
das Herz so rein.
Sage mir, bist du es wirklich, das Heil der Welt?

Wächst auf, wirst groß,
heilst Leid mit einem Kuss,
machst Arme reich,
berichtest vom Reich.
Sage mir, bist du es wirklich, das Heil der Welt?

Hast du es falsch gemacht?
Hast du Lügen erzählt?
Am Kreuz hängst du.
Woran denkst du?
Sage mir, bist du es wirklich, das Heil der Welt?

Stehst du auf vom Tod?
Nimmst du hinfort unsere Not?
Alles Gerede?

Lass mich glauben,
ja, lass mich glauben,
dass du es bist, der da liegt:
das Heil der Welt.


Der Morgen
© 2005
verzeiht
ihr Gebrochenen
wenn ich euch
leiden ließ

der Weg
auf dem ich ging
war nicht stets das Ziel

und ob ich's heute find'
das weiß der Morgen
nicht


Do mähs ming Lävve rich
(Över: För ming Patekind)
© 1988
Do es je Jeföhl in mingem Hetz,
datt löss sich nit beschrieve.
Et es janz deev in mingem Hetz
un schink, als möht et ewisch blieve.

Ech stonn he, luhr in ding Auche,
un do lüss do un luhrs mich an,
packs minge Finger, wills dran sauche.
Schad, datt ming sing Glöck nit schreie kann.

Do bes su leev, su winzisch klein,
wie do do lüss un mich ansühs.
Do bes för mech ne Edelstein:
su klein, su gruß un e su süß.

Do mähs mich gruß und klein zoglich.
Dorch dech, do schink för mech de Sonn.
Dorch dech, do weeden ech so rich.
Un datt bliev, denn et kann nie verjonn.

Du machst mein Leben reich
(Oder: Für mein Patenkind)

Da ist ein Gefühl in meinem Herzen,
das lässt sich nicht beschreiben.
Es ist ganz tief in meinem Herzen
und scheint, als müsste es ewig bleiben.

Ich stehe hier, blicke in deine Augen,
und du liegst da und siehst mich an,
packst meinen Finger, willst dran saugen.
Schade, dass man sein Glück nicht herausschreien kann.

Du bist so lieb, so winzig klein,
wie du da liegst und mich ansiehst.
Du bist für mich ein Edelstein:
so klein, so groß und so verdammt süß.

Du machst mich groß und klein zugleich.
Durch dich, da scheint für mich die Sonne.
Durch dich, da werde ich so reich.
Und das bleibt, denn das kann nie vergehen.


Ehre sei Gott
© 1994
Kerzen brennen am Adventskranz
und erhellen diesen Raum.
Dort, das Kindlein schlummert selig:
Christkind begegnet ihm im Traum.

Vater stopft sich eine Pfeife,
zündet sie am Feuer an,
das er noch gerade eben
im Kamin hat angetan.

Und von Mutters Küche her
weht herein ein süßer Duft,
der, vermischt mit Vaters Tabak,
adventlich tränkt die Zimmerluft.

Gott im Himmel, du bist Zeuge:
Frieden ruht in unserm Heim.
Darum sag' ich, dir im Himmel,
dir sei Ehr' mit diesem Reim.


Entscheidung
© 2005
wie ein
zweischneidiges schwert
dringt es in meine Brust
verwirrt meine sinne
macht mich dürstend nach liebe

die ein
samkeit wird mir bewusst
keiner der da ist und
um mich weint in der
stunde des kampfes

nur ein
mal möchte ich sehend
in euer antlitz blicken
und wissen es
war nicht umsonst

doch ein
es tags werd ich erkennen
wie ihr mir wart dass
euer blut mich tränkte
in meiner lust


Erbschuld
© 2005
kann nicht in Worte fassen
was mein Volk dir angetan
doch fühl' ich keine Schuld
an Schmerzen die du trugst
nur herzzerrissen ist
was mir beschert dein Leid

kann nicht denken und nicht fühlen
was du erdulden musst'st
doch eines schrei' ich laut heraus
nicht länger schweigen darf ich nun
nie wieder darf man ach so blind
und tatenlos zuseh'n

wenn ein Mensch einer von uns
nur weil er anders denkt
plötzlich als minderwertig gilt
als Volkesfeind verschrie'n
geschlagen und geohrfeigt wird
und grausam leiden muss

nie wieder darf ein Volke gar
ein anderes verachten
nie wieder darf das Hakenkreuz
ein Land und Menschen strafen
nur so mag ich noch länger leben
trotz jener Schuld
der Väter


Furor
© 2007
starre dich an
mit zusammengekniffenen Augen
spüre die Wut
wie sie aufsteigt mit voller Kraft
bereit
ein Inferno zu verrichten

möchte dich anschrei'n
dir so Vieles sagen
so viel erklär'n
doch du starrst mich nur an
g'rad so
als gäbe es Nichts

du dämlicher Hund
winselst um einen Knochen
den es nicht gibt
leidest und suhlst dich
im Dreck
deiner Gedankenwelt

kann dich nicht mehr ertragen
will dich nie wiederseh'n
ich balle die Faust
und schlage
fest zu

das Spiegelbild bricht ...


Gefühle
© 1993
Gefühle unter Staub begraben,
einer meterdicken Humusschicht,
du hast sie wieder ausgegraben:
in meiner Dunkelheit ein Licht.

Die Liebe galt schon lang' verloren,
der Hass ging auch dann irgendwann,
Treue war nur für eine Nacht erkoren,
und Freundschaft galt nur hier und dann.

Selbst was die Hoffnung anbelangt:
Wenn du nur lebst im Jetzt,
dann hat sie einen fremden Klang;
so hatt' ich sie vesetzt.

Doch Glaube, woran glaubst du, Mann?
Der Liebe Gott hört nicht mehr zu.
Das Einz'ge, woran man glauben kann,
ist dann das Ich, niemals ein Du.

So war ich offen nur für mich
und ein paar Stunden Glück.
Doch war es Zufall, dass ich dich
und damit fand zurück?

Gefühle unter Staub vergraben,
einer meterdicken Humusschicht,
du hast sie wieder ausgegraben:
in meiner Einsamkeit ein Licht.

Die Liebe lebt jetzt neu in mir,
der Hass, der ist ganz tot.
Die Treue hab' ich gelernt von dir.
Denn Freundschaft tut mir not.

Die Hoffnung auf den neuen Tag
und mich zu freuen, dass ich leb',
gleich was auch immer kommen mag,
das ist es, was ich nicht mehr geb'.

Denn Glauben hab' ich auch, dank dir,
an all die Werte, die so wichtig.
Dank dir fühl' ich sie tief in mir.
Dank dir weiß ich, so sind sie richtig.

So bin ich offen tief in mir
fürs Leben, Freundschaft, gleich was ist.
Und aus dem Herzen sag' ich dir:
Ich freu' mich, dass du Freund mir bist.

Gefühle unter Staub vergraben,
einer meterdicken Humusschicht,
du hast sie wieder ausgegraben:
in meinem Leben bist du das Licht.


heimwärts
© 1988
feuchte Straße
Lichtspiegelung der Scheinwerfer
im Halbdunkel
der Nacht hier in der Stadt

sanfte Musik
der Wagen fährt wie von selbst
seinen Weg nach Haus'
durch diese Stadt

kalte Nächte
wärmende Körper
lächelnde Blicke
in den Nächten in der Stadt

feuchte Haut
Ineinanderkriechen bei schwachem Licht
nur Fantasie
der Nächte in der Stadt

schweres Herz
ich will nicht fort
doch ich nehme meinen Weg
allein
durch diese Stadt

heimwärts


Nicht-/Loslassen
© 2006
Das Buch ist längst zu Ende.
Doch noch immer sitzt du da
und hältst es in deinen Händen
unfähig, es ins Regal zurückzustellen.

Schon oft habe ich versucht
dir klarzumachen, dass es aus ist,
habe dir das Buch aus den Händen reißen wollen
und es dabei beschädigt.

Wie lange willst du noch da sitzen,
auf das Buch in deinen Händen blicken,
anstatt es zurückzustellen?
Du selbst hast es doch zugeschlagen.

Das Buch
unserer Liebe.


Schuld
© 2005
kann nicht in Worte fassen
all das Leid das man dir tat
herzzerrissen Elend
geschlagen und verspottet
zu Tode gebracht bei Nacht

und meine Schuld ist Schweigen
wenn heut' noch mancherorts
sich Stimmen laut erheben
zu brüllen Lügen in die Welt
als wär' es nicht geschehen

ja meine Schuld ist Wegseh'n
wenn heut' noch manches Mal
der Schwächere geschlagen wird
von Stiefeln fest getreten
am Boden liegt und stirbt

auch Hören macht mich schuldig
wenn ich nicht helle hör'
auf Stimmen und Parolen
die klingen wie dereinst
und Worte im Parteitag fallen

dabei liegt's heute doch an uns
dass Vergangenes nicht mehr geschieht
dass Menschen die unsre Brüder sind
nicht fürchten müssen Hakenkreuze
und Deutschland atmen kann


Sicherheit
© 1995
Hausratsversicherung
Lebensversicherung
Kraftfahrzeugversicherung
Unfallversicherung
Arbeitslosenversicherung
Feuerversicherung
Haftpflichtversicherung

ich bin
gut versichert
gesichert
sicher

meine Sicherheit aber
hast du
genommen


Stromausfall
© 1986
Das Licht ist heute
ausgefallen
und mit ihm der Strom.

Kein Komponieren mehr möglich,
kein Fernsehen,
keine Musik,
womit ich mich
ablenken könnte.

Und das Licht der Kerze
vor mir auf dem Tisch,
ist kaum hell genug, um
mich zurecht zu finden.

Doch ich fühle,
dass diese Stille
und die Dunkelheit
meinen lautlosen Schrei
nach dir
und dein Bild
nicht
auslöschen können.


Umsonst?!
© 1994
Gestern
wartete ich,
dass das Telefon läutet
und ich
deine Stimme höre.

Umsonst.

Heute
regnete es in Strömen,
und doch war es ein schöner Tag:
Ich wartete ja auf
deinen Anruf.

Umsonst.

Für morgen
nehme ich mir fest vor
mich nicht umsonst zu freuen,
sondern mich
überraschen zu lassen von
deinem Anruf.

Umsonst?


Weihnachtsgruß
© 2005
Regen fällt
Kälte im Herz

Tropfen an der Fensterscheibe
zu warm für die Jahreszeit

Lionel Richie statt
Bing Crosby

Du so weit weg
und doch viel zu nah

Ich denke an dich
Merry Christmas!

Baby ...


Worte
© 1993
Eine einzige
innige Umarmung ist
mehr als
tausend Worte
auszudrücken vermögen

XTC
© 2006
deine Stimme
zittert
vor Furcht
und Erregung

dein Körper
fiebert
Berührung entgegen

meine Stimme
Schauer
der Wolllust

langsam gleitet
die Hand
unter die Bluse

pralle Brüste
Hügel
des Entzückens

tiefer

herab
zwischen Schenkel

Stoff stört
schnell
nicht mehr

was deine
Stimme
verspricht
findet Erfüllung

Erregung

feuchte Lust

nicht denken
nicht sehen

hören
und spüren

streicheln
lutschen
saugen

Eindringen
ins feuchte Nass

fühlen
die Härte
meines Schafts

Stimme
überschlägt sich
Worte
ersterben

nur noch
fühlen

Liebe
Extase

Schauer
der Wolllust

heftiger Atem

so nah
am Ohr des andern

schneller
lauter

schreiend

zum Schluss
die Worte
ich liebe dich

Wahrheit
spüren

den Hörer
zurück

auf die Gabel


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