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Spannung,
Romantik
und mehr
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Ein Dieb und Herzensbrecher (Leseprobe)© Patrick J. Dragston 2009
Das Land war vom Krieg gezeichnet. Stolze Städte lagen verwaist in Schutt und Asche. Höfe und Burgen waren zu Ruinen verkommen. Wer noch am Leben war, litt Not; das Vieh in den Ställen, das Getreide auf den Äckern war von Soldaten beschlagnahmt – von welchen, was spielte das für eine Rolle. Kirsten war verzweifelt über so viel Elend. Nie hätte sie gedacht, dass es so um dieses Land und die armen Menschen bestellt war. In Stockholm, fern des Krieges, war ihr dieser zwar bewusst gewesen, aber was sie nun zu Gesicht bekam, ließ ihr das Herz schmerzen. Wie gut hatte sie daran getan, den Onkel zu begleiten, entgegen allen Warnungen! Es war höchste Zeit, diesem bereits über zwanzig Jahre andauernden Geschehen ein Ende zu bereiten. »Und du bist sicher, dass dieser Gerd Vom Breiten Rheine Frankreich zu Verhandlungen bewegen kann?«, fragte sie den hochgewachsenen, doch gleichsam dünnen Mann an ihrer Seite. Gerd vom Breiten Rheine, einst Offizier unter General Wallenstein, war unehrenhaft aus der Armee entlassen worden, weil er es gewagt hatte, der Dame seines Herrn den Hof zu machen. Angewidert verzog Kirsten das Gesicht. Der Onkel führte eine Begnadigungsurkunde über diesen Weiberhelden bei sich ... als auch ein Dokument, in welchem der König von Schweden Frankreichs Staatsoberhaupt um eine Unterredung bat; für den Fall, dass Vom Breiten Rheine nicht gefunden werden konnte, hatte der Baron die Order, selbst beim Feind vorzusprechen. – Wie lächerlich!, fand Kirsten. Wer war der Feind, und warum setzten sich die Regenten nicht einfach alle an einen Tisch und diskutierten, anstatt so viel Leid über so viele Menschen zu bringen. »Dort!«, riss der Onkel sie aus ihren Gedanken. Er deutete auf einen Hügel. »Dies ist der Berg, an dem der Sage nach Siegfried den Drachen getötet haben soll. Das Nibelungenlied! Du hast doch sicher davon gehört? Wir sind im Siebengebirge. Nun ist es nicht mehr weit bis Koblenz, wo Vom Breiten Rheine zuletzt gesehen worden ist.« »Ich weiß.« Kirsten rang sich ein Lächeln ab, dann blickte sie hinaus auf den Fluss. Dies war also der Rhein, einer der längsten Flüsse, den sie kannte. Wie breit er war! Und wie herrlich spiegelte sich in ihm die Sonne. Der Baron nickte. Versonnen begann er abermals an seinem Bart zu spielen. Die Straße machte einen Bogen und führte vom Rhein fort, hinauf in eine höhere Lage. Dichter Wald umfing sie alsbald.
Aus der Glut der Sommersonne entführt, fröstelte Kirsten und schmiegte sich an den Verwandten. »Ergebt Euch und lasst Eure Waffen stecken!«, schrie jemand. »Die vier Vorausgesandten sind bereits in unserer Gewalt.« »Seht an, ein hübsches Frauenzimmer!«, rief der Kerl, riss die Tür auf und nahm den Hut vom Kopf, indem er sich verbeugte. Kirsten hörte ihren Onkel verzweifelt stöhnen. Zögernd gehorchte Kirsten. Verzweifelt sah sie nach den Wachen. Die Vier waren längst gefesselt. Als ihr Onkel, die Hände auf dem Rücken gefesselt, neben sie gestoßen wurde, war es für Kirsten, als bräche die dunkelste Nacht ihres Lebens an. Unter den wütenden Blicken der Räuber und im Anbetracht ihrer Degen, Lanzen, Pistolen und Knüppeln setzte sie sich widerstandslos in Bewegung, als das Zeichen zum Aufbruch erklang. | |
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