Ein Schimmer in der Nacht

© 2009
Giuseppe verharrte. War da ein Geräusch gewesen? Angestrengt lauschte er in die Richtung, aus der es gekommen war.

»Friede sei mit dir, Bruder«, hörte er die Stimme eines Mannes.
»Wer ist da?«, fragte Giuseppe und hoffte, ein Almosen erbetteln zu können. »Habt Mitleid mit einem Blinden, Herr!« Vorsichtig tastete er mit dem Stock über den Boden und streckte die Finger nach dem Unbekannten aus.
Rauer Stoff streifte seinen Arm. Dann ergriff der Fremde ihn bei der Hand.

Giuseppe wich zurück. Die Kapuze auf seinem Kopf verrutschte. Er spürte, wie der Mann ihn ansah. Dieser aber schrie nicht auf vor Schreck. Er blieb vor ihm stehen und hielt ihn fest. »Fürchte dich nicht!«
»Wenn Ihr mir ein Almosen geben wollt, Herr ... Andernfalls lasst mich, ich bitte Euch!«
»Ich habe kein Geld, dass ich dir geben könnte.«
Giuseppe umklammerte seinen Stock, sich notfalls zu wehren.

»Ich habe nur die Liebe«, fuhr der Mann da fort. »Lass mich dir helfen und deine Wunden versorgen.«
»Wunden?« Ihm war nicht bewusst, dass er welche hatte. Nur die Entsetzensschreie der Leute, denen er begegnete, machten ihm bewusst, wie sehr die Narben ihn entstellten. »Wer ... seid Ihr?«, fragte er vorsichtig. [...]


Lesen Sie die ganze Geschichte in dem Buch
» Was man nicht sieht «

Diese Seite wurde zuletzt am aktualisiert.
Copyright © Patrick Schön. Alle Rechte vorbehalten.